Duo

Im Jahr 2023 besuchte ich einen Weihnachtszirkus in Berlin. Es gab Zuckerwatte, Seiltänzer, einen Clown und Ponys. In der zweiten Hälfte betreten eine Frau und ein Mann die Bühne. Die Musik wird dunkler, ihre Kleider glänzen nicht wie die der anderen Artisten. Irgendetwas ist anders. Ein schwingendes Seil wird heruntergelassen, an dessen Ende ein Gurt hängt. Der Mann hängt seinen Hinterkopf in die Schlinge und wird allein daran hochgezogen. Dann ergreift die Frau die Arme des Mannes. Nun hängen sie beide in der Luft. Wirbelnd, ziehend, streckend, sich ineinander verkeilend. Dann hängt die Frau kopfüber, sie hat eine Art Gürtel im Mund. Sie schwebt zum Boden, wo der Mann liegt, öffnet den Mund, beißt in den Gurt und lässt sich von der Frau nur Kraft ihres Kiefers nach oben ziehen.

"Wir brauchen den Zirkus. Er zeigt, dass alles möglich ist", sagt Artistin Laura. Zusammen mit ihrem Mann Palomo treten sie als "Duo Requiem" in der ganzen Welt auf. Sie kommen ursprünglich aus Kolumbien, wo sie auch eine Zirkusschule betreiben. Ihre kleine Tochter Lusilía reist mit ihnen.

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Norwegen, wolkig